The End

354 Tage, 9 Länder, 16.100 Fotos, 41 Flüge, ca. 7.000 selbst gefahrene Kilometer und unglaublich viele Busstunden später…

So, nun ist mein großes Abenteuer vorbei😥. Ich bin zurück im eigenen Heim und hoffe dass ich nicht allzu schnell wieder in den gewohnten Trott verfallen werde. Ich muss mich erstmal wieder neu ordnen und überlegen wo ich eigentlich hin will und noch bin ich nicht bereit umgehend in die Falle des geregelten Alltags zu tappen. Ich nehme mir die Zeit, die ich brauch 😊. Tatsächlich fragte ich mich bereits nach nur einem Tag in Hamburg ob ich das alles echt erlebt habe. Es fühlte sich an als wäre das letzte Jahr nur ein Traum gewesen…

Ich hatte bisher zwei Wendepunkte in meinem Leben an denen ich jeweils einen großen Schritt gewagt habe. Beide Male wusste ich genau dass ich das Richtige tue, es fühlte sich sofort gut an. Zweifler von Außen konnten mich nicht von meinen Plänen abbringen. Da ich dieses Gefühl der „Richtigkeit“ hatte, hatte ich auch keine Angst. Was hatte ich denn auch schon zu verlieren? Beide Male hatte ich den Rückhalt meiner Familie und Freunde. Ich weiß dies sehr zu schätzen, nicht jeder hat so ein Glück. Lieben Dank an alle meine Supporter. Und riesigen Dank an meine Eltern und die Freunde, die mich unterwegs live begleitet haben 🥰. Es war toll ein wenig Heimat an meiner Seite zu haben und die Erfahrungen und Momente zu teilen. Auch meiner treuen Leserschaft möchte ich danken 🤗. Ich habe mich über jedes Feedback aus der Ferne gefreut.

Ich wurde schon diverse Male gefragt was mein Highlight auf dieser Reise war. Es fällt mir schwer das zu benennen denn ich hatte nicht nur eins – sondern mehrere. Ich habe Menschen auf meinem Weg treffen dürfen die viele Momente besonders gemacht haben. Dies werde ich nie vergessen 😍. Ich habe manche Schönheiten der Natur bewusst wahrgenommen so dass ich sogar weinen musste, Ich habe einiges über mich gelernt und hatte viele sentimentale Momente. All dies hab ich tief in meinem Herzen für alle Ewigkeit eingeschlossen ❤.

Kein Land in Lateinamerika ist gleich und ich bin froh dass ich diese Unterschiede für mich erkennen konnte. Jedes Land hat einen gewissen Facettenreichtum und ist eine Reise wert. Die USA waren wie immer toll, hier habe ich mich am wohlsten und irgendwie zuhause gefühlt ❤.

Letztendlich komme ich als die alte Jenny zurück, nur an einigen Stellen sicher etwas „verfeinert“ und „abgerundet“ (und das liegt nicht nur am südamerikanischen Essen 😆). Dieses Jahr hat keinen komplett neuen Menschen aus mir gemacht doch ich bin stärker und mutiger geworden. Es war leicht meinen Traum zu erfüllen und niemals habe ich diesen bereut oder gezweifelt. Wenn der richtige Zeitpunkt erreicht ist spürt man es einfach und folgt der eigenen Intuition. Der Mittelweg zwischen Angst, Mut, Neugier und Naivität ist das Ziel 😉.

Bereue ich irgendwas oder hätte ich etwas anders machen sollen? Ganz einfach: NEIN. Ich hatte die ganze Zeit unwahrscheinliches Glück und einen Schutzengel an meiner Seite (neben Karl). In keinster Weise habe ich negative Erfahrungen gesammelt. Es gibt nur eine Sache die mich ziemlich wurmt, doch das ist meine eigene Schuld. Mein Ziel war es am Ende fließend spanisch sprechen zu können. Naiv dachte ich, dass ich es quasi auf der Strasse lerne. Das ging ziemlich in die Hose. Was ich diesbezüglich besser hätte machen können: meine Bücher mitnehmen (ich hab davon einige zuhaus habe mich aber wegen dem Gewicht dagegen entschieden) und die Sprachschule samt Workaway auf den Anfang der Reise legen. Weg von den Hostels, denn da ist die Hauptsprache Englisch, und ab zu den Locals.

Ich weiß dass dies nur der Anfang war. Ich habe noch viele leere Lücken auf der Landkarte und bin auch noch nicht am Ende meiner persönlichen Reise angekommen. Ich mach das wieder und das ist ein Versprechen 😉.

Chile und Argentinen / Patagonien

31.01. – 21.02.2020

Tag 1 / 31.01. – 01.02.2020 Santiago de Chile (Chile) Mittags habe ich meine Freundin aus Hamburg endlich in Empfang nehmen können 🤗. Gemeinsam erkundeten wir die nähere Umgebung und haben uns um unser leibliches Wohl gekümmert.

Tag 2 – 5 / 01. – 04.02.2020 San Pedro de Atacama (Chile) Heute Vormittag flogen wir nach Calama und haben uns mit dem Shuttle nach San Pedro bringen lassen. Hier war ich bereits Ende November als ich die „Salar de Uyuni“ Tour gemacht hatte. Wir übernachten wieder im Diablito Hostel, haben uns nach der Ankunft kulinarisch versorgt und Touren für die nächsten Tage gebucht. Beim letzten Besuch hatte ich mich schon informiert und es war uns relativ schnell klar was wir alles unternehmen wollen (die Preise waren jetzt sogar noch günstiger 💵).

Nach dem Frühstück sind wir zu den Ruinen „Pukará de Quitor“ gelaufen. Dort hatten wir eine tolle Aussicht auf die Anden und auf die Oase San Pedro. Die Sonne knallte unerbärmlich auf uns runter☀️, in der Wüste sind Schattenplätze ziemlich rar 😅. Nachmittags machten wir die „Valle de la Luna“ Tour. Dort wanderten wir auf die Hügel und konnten den Ausblick auf die wechselhafte Umgebung genießen: Dünen, Mondlandschaft, Vulkane. Auch hier war es mega heiß, zum Glück ist die Luft aber so trocken dass man gar nicht so viel schwitzt. Zwischen 16 und 17 Uhr ist es hier am wärmsten, also genau der richtige Zeitpunkt um in der Wüste rumzukraxeln😅. Den Sonnenuntergang sahen wir uns am „Piedra del Coyote“ an und konnten beobachten wie sich die Gebirgskette langsam rot färbte. Als wir zurück kamen brausten wir uns kurz den Staub ab und wurden für die Astronomie Tour abgeholt. Hier wurde uns was zu den Sternenbildern erklärt. Leider fand dies ausführlicher auf Spanisch statt so dass ich schnell die Lust verlor 🤨.

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Am nächsten Tag haben wir es locker angehen lassen. Nach dem Frühstück liefen wir durch das Örtchen und sind später an die „Lagunas Escondidas“ gefahren. Ca. 1,5 Stunden dauerte die Fahrt über die Schotterpiste, bequem war also anders😁. Die Wasserflächen waren in verschiedenste Blautöne gefärbt – von hellblau, türkis, dunkelblau bis grün. Sah toll aus mit dem weißen Salz, im Vergleich mit dem bolivianischen Salzsee jedoch ein Witz😃. Danach fuhren wir an einen weiteren Spot, aßen Snacks und tranken fertig gemischte Pisco Sours und sahen uns dann den Sonnenuntergang an. In San Pedro gönnten wir uns noch ein Abendessen und dann packten wir die Sachen für die Abreise am nächsten Morgen.

Tag 5 – 11 / 04. – 10.02.2020 Puerto Natales / Torres del Paine / Patagonien (Chile) Früh morgens holte uns der Shuttle ab und brachte uns zum Flughafen. Über Santiago de Chile flogen wir dann nach Patagonien. In Puerto Natales angekommen bezogen wir das Doppelzimmer im „Yagan House“ und haben den Stadtkern des kleinen Hafen-/Touristenörtchens erkundet. Am nächsten Morgen holten wir unseren Leihwagen ab und fuhren etwas in der näheren Umgebung rum. Wir haben eine Wanderung auf einen Hügel gemacht und konnten so auf die Stadt von oben blicken. Im Gegensatz zur Wüste bietet sich einem hier unten ein völlig anderes Bild: endlich mal wieder genug Bäume, viele Grünflächen, Gräser und Blumen. Mich hat es auch sehr an einige Orte meines Neuengland-Roadtrips erinnert. Irgendwie ziemlich amerikanisch hier😍. Nachmittags haben wir uns um unsere Campingausrüstung gekümmert und Lebensmittel für die nächsten Tage eingekauft.

Tags drauf fuhren wir in den 1,5 Stunden entfernten Nationalpark „Torres del Paine“. Wir peilten direkt unseren Campingplatz am Lago Pehoe an, haben uns dort einen tollen Platz mit wunderschöner Aussicht auf die Berge gesichert und unser Zelt aufgeschlagen. Die folgenden drei Tage haben wir hier verbracht und haben u.a. eine 3-stündige Wanderung zum „Mirador Ferreira“ unternommen (mit Sicht auf den Grey-Gletscher), sind etwa 8 Stunden gewandert um einen super Blick auf die Torres samt Lagune zu erhaschen, fuhren durch den Park und stoppten an diversen Aussichtspunkten. Das Wetter hat es absolut gut mit uns gemeint und die Nächte im Zelt waren gar nicht so kalt oder feucht wie zuerst gedacht. Das Glück war mal wieder voll auf meiner bzw. unserer Seite🥰. Das Outdoor Leben hat mir sehr gut gefallen, dies werde ich sicher bald wiederholen aber dann mit einer besseren Schlafmöglichkeit. So eine Isomatte tut ja keinem was gutes😉. Wenn man hier keine mehrtägigen Hikes (W oder O- Trek) machen will sind meiner Meinung nach 3 Tage im Park optimal für einen guten Einblick. Leider haben wir keine Pumas sehen können aber erspähten dafür ein Gürteltier, zwei Füchse und jede Menge Guanakos (Lamas). Wir übernachteten anschließend nochmal eine Nacht in Puerto Natales (Marovama Hostel) ehe wir am nächsten Tag in den Bus nach Argentinien stiegen.

Zum Thema Mietwagen noch ein kleiner Hinweis: im Park gibt es keine Tankstelle. Wir hatten vorher gelesen dass es in Chile bzw. Patagonien generell manchmal zu Benzin-Engpässen kommen kann. Daher haben wir in Puerto Natales den Wagen vollgetankt und dazu einen vollen Ersatzkanister mitgenommen (später erst erfuhren wir das dies scheinbar in Chile verboten ist 🙈). Letztendlich war der Kanister überflüssig, wir sind mit dem Tank die gefahrenen 548 km ausgekommen. Auf halber Strecke der Rückfahrt haben wir den Wagen am Rand „getankt“ um den Kanister leer zu machen. Das Auto hat die ganze Fahrt über nach Benzin gestunken und die Gaskartusche des Campingkochers lag auch auf der Rückbank. Wir waren also ein hochexplosives Experten-Team 🔥🤣. Man brauchte jetzt keinen speziellen Wagen für die Strecke aber stets Obacht vor den Schlaglöchern !

Mein Chile Fazit: Von diesem Land habe ich am wenigsten gesehen (20 Tage), bin aber hier am häufigsten ein- und ausgereist. Im Norden ist es wüstig, staubig, trocken und heiß gewesen und im Süden war es eher grün, staubig (nur wegen der Schotterstraßen) und vom Wetter her frühlingshaft. Berge und Vulkane konnte man überall sehen. Den „Torres del Paine“ kann man super mit dem Mietwagen erkunden, so ist man einfach flexibler und kann besser den Touri-Massen entkommen. Die Busse fallen hier in Scharen ein und der 8 Stunden Hike zu den Türmen (Base las Torres) war ziemlich überlaufen und auch anstrengend. Wer diesen Hike machen möchte muss früh starten da später die Abschnitte gesperrt werden (vorher genau recherchieren !). Preislich ist es hier auf jeden Fall höher angesiedelt, man zahlt teilweise unsere Preise. Die großen Supermärkte sind super ausgestattet und es gibt viele deutsche Produkte in den Regalen. Genau wie Argentinien ist Chile eines der am besten in Lateinamerika „entwickelten“ Länder. Als Europäer bekommt man bei der Einreise also keinen Kulturschock 😉.

Tag 11 -16 / 10. – 15.02.2020 El Chaltén/ Patagonien (Argentinien) Morgens sind wir mit dem Bus nach El Calafate aufgebrochen und hatten dort noch ein paar Stunden Aufenthalt ehe uns der nächste Bus nach El Chaltén brachte. Abends kamen wir im „Max“ an und haben in unserem Zimmer den Abend ausklingen lassen. Am Folgetag sind wir ins „Patagonicus“ umgezogen und sind zu dem „Mirador de los Condores“ und „Mirador de las Águilas“ spaziert.

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Tags drauf haben wir den 8-stündigen „Laguna de los Tres“ Hike gemacht. Auf dem Weg zum Startpunkt haben wir aus sicherer Entfernung dann den lang ersehnten Puma gesehen 😊.

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Am nächsten Tag legten wir einen Zwangs-Ruhetag ein, das Wetter hat heute mal nicht mitgespielt. Es war ziemlich windig, bewölkt und regnerisch. Am späten Vormittag liefen wir den kleinen „Chorillo del Salto“ Hike und gingen nur noch fürs Essen vor die Tür.

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Am letzten vollen Tag machen wir morgens den „Loma del Pliegue Tumbado“ Hike. Dieser gefiel uns ganz gut, er war nicht so schwer wie angekündigt und dauerte keine 6 Stunden (wir haben allerdings den obersten Mirador ausgelassen). Hier ging es zwar den Hinweg über fast die ganze Zeit hoch (nicht so steil) aber der Weg war sehr abwechslungsreich und verlief durch einen Wald. Nachmittags haben wir uns mit einem fetten Stück Kuchen gestärkt und ruhten uns dann auf dem Zimmer aus und gönnten uns zum Abendessen ein leckeres Steak😋.

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Jetzt werde ich wohl meine Hiking Boots 🥾 an den Nagel hängen. Mir hat das stundenlange Laufen in der Natur sehr gefallen auch wenn ich es immer gehasst habe lange Passagen bergauf zu gehen😅 (wenn man keine Kniebeschwerden hat kann man die Stöcke übrigens gut zuhaus lassen). Allerdings war es hier um einiges angenehmer da man zusätzlich nicht mit der Höhe zu kämpfen hatte (wie in Peru oder Ecuador). Alle drei Tageshikes in Patagonien waren total unterschiedlich und absolut empfehlenswert.

Tag 16 – 18 / 15. – 17.02.2020 El Calafate / Patagonien (Argentinien) Am späten Vormittag fuhren wir mit dem Bus nach El Calafate zurück und verbrachten hier einen entspannten Tag inkl. Kartenspielen im „Yeah“ Hostel. Am Folgetag fuhren wir mit dem Bus in den „Parque Nacional Los Glaciares“ um den Gletscher Perito Moreno aus nächster Nähe anzusehen.

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Tag 18 – 22 / 17. – 21.02.2020 Buenos Aires (Argentinien): Mit dem Flieger ging es mittags zurück nach Buenos Aires (wieder hat mich die Stadt bei starkem Regen empfangen). Dort haben wir unser Airbnb bezogen und abends im „Don Julio“ ein hervorragendes Steak gegessen 😋. Die nächsten beiden Tage haben wir die Stadt zu Fuß erkundet und ich habe mir noch ein Erinnerungs-Tattoo stechen lassen 😊.

Am Flughafen trennten sich unsere Wege wieder und ich beendete meine Reise allein (so wie ich sie auch angefangen hatte). Mittlerweile war ich auch bereit für den Heimflug und die Vorfreude auf Zuhaus hatte sich mittlerweile auch eingestellt😉.

Mein Argentinien Fazit: In Summe war ich 42 Tage dort. Was zuerst auffällt: gesprochen wird hier anders. Jedes Land hatte bisher seinen eigenen starken Dialekt aber Argentinien drückt sich nochmal ganz anders aus (das mexikanische und peruanische Spanisch hat mir am besten gefallen) . Das Land hat einen starken europäischen Einfluss (die meisten Einwohner haben italienische oder spanische Wurzeln), dies ist besonders in Buenos Aires zu spüren. Unterwegs habe ich viele grüne Wiesen und Felder gesehen (dies ist kein tropisches Land so wie Brasilien oder Kolumbien, erinnerte mich manchmal sogar an Ostwestfalen😆). Viel Weideland gibt es und ich fragte mich wo die ganzen Rinder stehen, die die Argentinier später verputzen wollen. Übrigens wird das Steak eher „Well done“ gegessen und unser „Medium“ ist hier eher durch bis minimal rosig. Mir ist direkt die Musik aufgefallen: man hört hier gern Rock oder generell westliches, Reggaeton wohl eher selten (das hat mich in den anderen Ländern ständig begleitet. Ein Lied klingt wie das andere und ich vermute mal dass die Texte ziemlich mies sind). Man hat hier einen süßen Zahn: die Kuchen, Alfajores, Medialunas und Fakturas sind auch echt lecker 😋. So ganz passt es dann nicht dass der allseits beliebte Mate Tee total bitter ist😆. Buenos Aires ist eine richtig tolle Stadt. Hier könnte ich mir vorstellen eine Weile zu leben😊.

Chile / Santiago de Chile

28. – 31.01.2020

Die 7-stündige Busfahrt verging wie im Flug. Ich habe die ganze Zeit nur Musik gehört und aus dem Fenster geschaut. Die Landschaft war einfach wunderschön😍. Wenn ich eins auf der Reise gelernt habe, dann ist es das Schärfen meiner Sinne für die Schönheit dieser Welt. Besonders in den Bergen hab ich dies erleben dürfen, sie vermitteln mir ein Gefühl von Freiheit und purer Natur🥰.

Der Grenzübergang verlief problemlos (mal davon abgesehen dass sie mir meinen Honig abgezockt hatten – man darf kein frisches Obst oder Gemüse einführen und scheinbar auch keine Tiererzeugnisse).

Am Busbahnhof habe ich mir ein Taxi ins „Hostal Providencia“ gegönnt. Ich hatte einfach keinen Bock den Bus zu suchen. Zum Glück hatte ich noch Restgeld vom letzten Chile-Besuch (mittlerweile bin ich schon das dritte mal in dieses Land eingereist). Das Hostel gefällt mir ganz gut, es ist so groß daß man sich schnell verlaufen kann. Immerhin haben die Mitarbeiter sich sehr viel Mühe bei meinem Einzug gegeben😊. Danach hab ich mich mit frischem Bargeld versorgt und bin peruanisch essen gegangen. Im Anschluss habe ich noch eine Wein Tour für den übernächsten Tag gebucht.

Am nächsten Morgen lief ich zu Fuß ins Einkaufscenter und habe versucht meine alte chilenische SIM-Karte wieder zu aktivieren. Scheinbar läuft es hier so wie in Kolumbien: wenn du kein Einheimischer bist wird dein Gerät nach 30 Tagen in Verbindung mit der SIM blockiert (warum sie bei der Erklärung die Wörter Erdbeben und Tsunami erwähnt hatten war mir allerdings schleierhaft😱). Das Entsperren dauert wohl einige Tage. Also werde ich mich in Chile ausklinken und mich nur im öffentlichen WLAN bewegen. Generell nicht schlimm aber man muss unterwegs doch hin und wieder mal was recherchieren. Also verbrachte ich ne Weile in der Mall und habe mich über das Wiedersehen einiger Geschäfte gefreut. Ich bin sehr froh dass ich mein Konsumverhalten ziemlich runtergeschraubt habe denn sonst würde ich sicher in den Kaufrausch verfallen (großes Ziel für meine Rückkehr: Minimalism. Außerdem ist der eigene Kleiderschrank fast wie ein Shoppingparadies. Nachdem ich ein Jahr lang immer die gleichen Klamotten anhatte😆). Im Supermarkt habe ich wieder die vielen deutschen Produkte abgefeiert und habe mir eine Tüte Katjes gekauft😋. Auf dem Rückweg hab ich mich mit frisch gemahlenen Kaffee versorgt und hab im Hostel meine Zeit verbracht.

Am nächsten Tag bin ich vormittags in die Innenstadt gelaufen. Seit Monaten wird hier ja schon protestiert und die „Ergebnisse“ konnte ich unterwegs sehen – überall Graffitis an den Häusern und an Denkmälern. Der Platz an dem sie sich treffen ist in nächster Nachbarschaft (abends hatten sie sich dort versammelt und ich habe meine erste Bekanntschaft mit Tränengas gemacht weil ich da durch musste😩).

Am frühen Nachmittag wurde ich für die Wein Tour abgeholt (vorher wurde ich spontan umgebucht da der Wagen meiner ursprünglichen Tour verreckt ist). Das Weingut war sehr schick aber über den Herstellungsprozess des Weines habe ich nichts erfahren. Es ging mehr um die Show. Daher kam ich ein wenig enttäuscht zurück und bin anschließend in ein hippes Restaurant gegangen und habe mich mit hervorragenden Margheritas und mittelmäßigen Tacos getröstet. Ab morgen habe ich endlich wieder Gesellschaft beim Essen. Es hat mir nie gefallen allein am Tisch zu sitzen 😏.

So, nun endet quasi meine Reise als Einzelkämpferin. Ich werde jetzt zum Flughafen fahren und meine Freundin aus Hamburg dort in die Arme schließen🥳. Gemeinsam werden wir die nächsten 22 Tage durch Teile Chiles und Argentiniens (Patagonien) reisen und dann ist mein großes Abenteuer tatsächlich zu Ende. Ich kann kaum glauben wie schnell die 354 Tage umgingen😥.

Argentinien / Mendoza

13. – 28.01.2020

Nach der Meckerei im letzten Hostel habe ich mir nun ein Einzelzimmer gegönnt. Endlich hatte ich mal wieder meine eigenen vier Wände und konnte diese sogar abschließen😆. Das „Hostel Lagares“ hat mir auch ganz gut gefallen. Ich bin durch die Stadt gelaufen und habe mich treiben lassen. Abends habe ich mich dann mit einem einheimischen Couchsurfer auf ein paar Getränke + Pizza getroffen.

Am nächsten Morgen habe ich wieder eine Free Walking Tour besucht und hatte sogar eine Einzelführung (dachte eigentlich erst dass ich einen Polnischen mache aber letztendlich hatte ich eh nichts besseres zu tun 😊). Zum Abendessen habe ich mich mit der Schweizerin (sie kam heute an) und dem Couchsurfer getroffen und wir haben sehr lecker gegessen und die Happy Hour ausgenutzt🥂.

Tags drauf sind die Schweizerin und ich mit dem Bus nach Maipú gefahren. Dort liehen wir uns Räder aus und fuhren diverse Bodegas an. Wir konnten hier einige Weine und Olivenöl probieren🍷 (die Gläser im ersten Weingut waren ziemlich voll, wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich sicher nicht gleich 3 Gläser bestellt. Da war die Jenny wieder zu gierig😁). Nachmittags haben wir einen größeren Weinproduzenten besichtigt und im Anschluss hab es gratis Wein zum Abwinken beim Fahrradverleih. Mein erstes Erdbeben (Stärke 4,7) durfte ich bei der Öl-Verkostung erleben🙈. Da ich mich in dem Moment nicht bewegt hatte konnte ich die Erschütterung genau spüren (beim Autofahren registriert man es z.B. nicht). Ich hätte es aber nicht als Erdbeben eingeordnet wenn die Mitarbeiterin es nicht erwähnt hätte. Es geht einfach zu schnell und wenn man was merkt ist es auch schon wieder vorbei. Auf jeden Fall war es etwas unheimlich😱. Den Abend haben wir dann bei Steak und Bier ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen hab ich es ruhig angehen lassen und habe nachmittags die Schweizerin wieder getroffen. Gemeinsam haben wir den Parque General San Martín erkundet und abends feierten wir auch schon unseren Abschied.

Am Vormittag bin ich ausgezogen und habe mich auf den Weg zu meinen nur 8 km entfernten Gastgebern begeben. Zum Ende meiner Reise mache ich endlich das, was ich die ganze Zeit schon machen wollte: Workaway 💪 (eine Online-Plattform, die es den Leuten ermöglicht sich kulturell auszutauschen). Ich werde also die nächsten Tage bei einer jungen, veganen Familie im Haushalt und beim Babysitten helfen und darf im Gegenzug umsonst dort übernachten und essen. Ich hoffe dass ich meine Spanisch Kenntnisse hier etwas verbessere und auch einiges entspannt für meine Rückkehr vorbereiten kann.

Letztendlich verliefen die 12 Tage bei der Familie sehr entspannt. Richtig „gearbeitet“ habe ich dort jetzt nicht😊. Ich wurde wie ein Familienmitglied aufgenommen und wir hatten tolle Gespräche. Der 8 Monate alte Sohn war einfach nur Zucker und es machte Spaß ihn zum Lachen zu bringen. Wir haben auch gemeinsame Sachen unternommen wie z.B. ins Schwimmbad gehen oder eine Sightseeing Tour mit dem Hop-On and Off Bus. Ich hatte sogar das Glück beim Familien-Asado (Grillfest) dabei zu sein. Nach einigen Fernandos der Gäste verloren auch diese ihre Scheu und ich wurde in deren Mitte aufgenommen und ausgefragt😊.

Die Zeit in Medoza verging wie im Flug und schon saß ich im Bus nach Santiago de Chile. Mein letzter Trip als Solo-Traveller😥.

Übrigens: mein Argentinien Fazit kommt später denn ich reise nochmal ein😉

Argentinien / San Luis

11. – 13.01.2020

Am frühen Abend kam ich in dem „El Nogal Hostel“ an (nachdem ich etwa 8 Stunden in zwei verschiedenen Bussen verbracht hatte). Zum ersten Mal habe ich mich divenhaft aufgeführt und habe in der Unterkunft rumgezickt 🤣. Der Mitarbeiter hatte so gar keinen Bock einen Finger zu rühren, hat nicht angeboten beim Tragen zu helfen, es gab keine Schließfächer und ein Kissen hatte ich auch nicht. Da musste ich gleich meckern und nachdem ich ein richtig widerliches Kissen bekommen hatte war die Laune erstmal im Keller. Nach kurzer Zeit habe ich mich aber wieder beruhigt und bin mit der Schweizerin in ein Restaurant gegangen. Dort habe ich meinen ersten „Fernando“ getrunken (das Nationalgetränk der Argentinier: Fernet Branca mit Cola). Gemeinsam haben wir den nächsten Tag besprochen, denn wir wollten im Nationalpark „Sierra de las Quijadas“ wandern gehen. Leider ist der Transport in den 120 km entfernten Park nicht so einfach. Das Internet hat uns nicht schlauer gemacht und die Einheimischen haben uns auch mit den unterschiedlichsten Versionen versorgt.

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Letztendlich sind wir morgens früh raus und zum Busbahnhof gefahren um dann zu hören dass eine Fahrt mit dem Bus nicht möglich ist. Wir haben also im Café gefrühstückt und dort erreichte uns auch die Nachricht, dass der Park aufgrund des Regens (es hatte früh morgens gewittert) eh geschlossen ist 😩.

Daher kann ich den Aufenthalt in San Luis nur als Nullnummer bezeichnen und es gibt keine schönen Fotos für diesen Post. Aber gut, sowas kann mal passieren 😁. San Luis war in meinem Fall eine absolute Pleite, vielleicht isses aber tatsächlich ne Reise wert (mit eigenem PKW falls man in den Park möchte). Trotz allem hatte ich aber ne gute Zeit, schließlich war ich nicht allein und wir haben das Beste draus gemacht😊.

Argentinien / Villa General Belgrano

09. – 11.01.2020

Diesmal dauerte meine Busfahrt nur 2 Stunden bis zum nächsten Ziel. Als ich meinen Rucksack durch die Stadt schleppte musste ich ziemlich schmunzeln, es sah aus wie im Schwarzwald 😆 (so wie ich ihn mir vorstelle, ich war zwar als Kind schon mal da aber meine Erinnerungen daran sind ziemlich verblasst). In den Geschäften konnte man u.a. Bierkrüge und Delikatessen kaufen, öfters war die deutsche Flagge zu sehen. Da bin ich an einem anderen Ende der Welt und mich überkommen plötzlich Heimatgefühle😍. 

Im „The Hostelhouse – Casa de amigos“ angekommen hab ich nur meine Sachen abgelegt und bin voller Neugier durch den Ort gelaufen. Letztendlich gibt es nicht viel zu entdecken: Shops, die teilweise das Gleiche verkaufen, und Restaurants. Zum Oktoberfest geht hier sicher die Post ab🍻. Ich habe eine Berner Knackwurst mit Sauerkraut zu Mittag gegessen und die Leute beobachtet. Es waren ziemlich viele Touristen hier unterwegs, Deutsch hat aber niemand mit mir gesprochen🙈.

Abends hat das Hostel ein gemeinsames Dinner veranstaltet und ich saß mit meiner Pulle Wein zwischen den Argentiniern, die mich nett in ihrer Runde aufgenommen hatten.

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Am nächsten Tag bin ich in die Nachbarstadt La Cumbrecita gefahren. Auch hier war Schwarzwald-Feeling angesagt. Dort bin ich ein wenig rum gewandert und hab mir eine Portion Spätzle mit Gulasch gegönnt😋. 

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Den restlichen Tag habe ich im Hostel verbracht und mich früh ins Bett verzogen. Diesmal habe ich nicht am Dinner teilgenommen, mir war nicht nach Kommunikation. Außerdem isst man hier für meinen Geschmack viel zu spät (22-23 Uhr). Mein Körper ist immer noch den europäischen Rhythmus gewöhnt…

Argentinien / Córdoba

06. – 09.01.2020

Am späten Vormittag fuhr ich mit dem Bus nach Córdoba. Leider habe ich den ursprünglichen Bus vor meiner Nase wegfahren lassen und das obwohl ich natürlich früh genug da war. Scheinbar teilen sich manche Busunternehmen die Routen und keiner hat mir verklickert dass nicht das Unternehmen A sondern B fährt🤨. Dies war schon mal ein erheblicher Unterschied zu den anderen Busfahrten der letzten Monate. Ich kam erst abends im „531 Hostel“ an und bin direkt was Futtern gegangen.

Am nächsten Morgen hab ich meine Schweizer-Bettnachbarin kennengelernt und wir haben uns gleich zum Wandern für den nächsten Tag verabredet. Ich habe vormittags an der Free Walking Tour teilgenommen, ging mittags mit der Gruppe essen und habe den Rest des Tages im Hostel und auf den Straßen Córdobas verbracht. Jetzt habe ich die drei größten Städte Argentiniens abgehakt und kann mich danach wieder mehr auf die Natur konzentrieren😊.

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Früh morgens machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof und sind zum Nationalpark „Quebrada del Condorito“ gefahren. An einer Abzweigung hat uns der Busfahrer raus gelassen und wir sind die 2 km zum Parkeingang spaziert. Dort haben wir uns kurz einweisen lassen und liefen dann die 7 km zum Balcón Norte. Hier haben wir keine Kondore gesehen (dafür aber auf dem Rückweg). Es wurde ziemlich heiß, weit und breit keine Bäume die irgendwie Schatten spenden konnten. War also klar dass ich mich trotz LSF 50 verbrennen musste😩. Zusätzlich wurde ich von Blinden Fliegen verfolgt und habe diverse Stiche einkassiert 😡. 

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Um in die Stadt zurück zu kommen standen wir abends wieder an der Abzweigung und haben dort eine Weile auf den Bus gewartet. Letztendlich sind wir aber zur nächstgelegenen Stadt getrampt und haben dort ein Collectivo genommen. Irgendwie haben wir dem Bus nicht getraut und wer will schon mitten in der Pampa stranden 😁?

Am nächsten Morgen habe ich die Stadt wieder verlassen. Die Schweizerin werde ich jedoch in zwei Tagen wieder treffen…

 

 

Argentinien / Rosario

03. – 06.01.2020

Ganz entspannt fuhr ich am Morgen zum Busbahnhof und bin etwa 4,5 Stunden nach Rosario (drittgrößte Stadt Argentiniens) gefahren. Das „La Casa de Arriba Hostel“ konnte ich sogar zu Fuß erreichen. Die Unterkunft gefällt mir ganz gut (die haben endlich mal einen sauberen Schwamm in der Küche und der defekte Wasserhahn wurde auch repariert👍). Zudem ist das Hostel ziemlich leer, ich hatte sogar die letzten beiden Nächte das 6-er Zimmer für mich ganz allein, luxus 😃.

Ich habe mir dank Pinterest die „Must Do’s“ rausgesucht und auf meiner Google Karte markiert. Diese Handhabung ist mega praktisch, ich hab schon diverse bunte Flaggen in den letzten Monaten gesetzt und kann so möglichst effizient meine Route planen. Die Stadt fand ich ziemlich ausgestorben. Viele Restaurants und Museen machen erst spät auf so dass um die Mittagszeit kaum Leute unterwegs waren. Später erst fand ich heraus dass die Argentinier tatsächlich „Siesta“ halten. Der Gedanke kam mir vorher so gar nicht in den Sinn, dies hab ich schließlich in keinem anderen Land in Südamerika erlebt. Generell unterscheidet sich Argentinien sehr von den anderen Ländern aber mehr dazu im zukünftigen Fazit😉.

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In den zwei Tagen hab ich nicht viel gemacht außer stundenlang durch die Stadt zu laufen und im Hostel abzuhängen. An und für sich eine gute Mischung doch auch hier war ich wieder ohne soziale Kontakte unterwegs: ich war die einzige Nicht-Argentinierin in der Unterkunft…

Argentinien / Buenos Aires

30.12.2019 – 03.01.2020

Gegen frühen Abend kam ich im „Meridiano Hostel Boutique“ im Stadtteil Palermo (Soho) an. Ich musste am Flughafen eine Stunde auf mein Taxi warten (neues Land, neue Währung und keine SIM Card). Ich hab mich nur noch verpflegt und bin dann ins Bett gegangen.

Am nächsten Morgen spazierte ich durch Soho und habe mich um Bargeld und um eine neue SIM Card gekümmert. Dies ist bisher das Land mit der „kompliziertesten“ Beschaffung von Bargeld. Zufällig hatte ich davon einen Tag vorher in einer Facebook Gruppe gelesen, denn normalerweise marschiere ich eigentlich immer zu einem Automaten und ziehe die entsprechende Summe. Die Abhebung an der Maschine kostet in Argentinien fast immer um die 10 Euro Gebühren (eigentlich kann mir das egal sein, denn ich bekomme sie erstattet) aber der Wechselkurs ist bei Western Union um einiges besser. Ich habe somit um die 20% mehr raus bekommen als am Automaten. Das sind Tricks, die muss man erstmal wissen😉. Nachdem ich bei der Hotline angerufen hatte klappte es dann auch mit dem Transfer und ich konnte mein Geld abholen.

Später saß ich dann mit ein paar Mädels am Küchentisch und bin letztendlich mit einer deutschen und einer holländischen Bettnachbarin Silvester feiern gegangen (ein amerikanisches Pärchen kam kurz vor Mitternacht auch noch dazu). Gemeinsam rutschten wir auf einer Hostel-Dachterasse rein und haben uns nett dabei unterhalten. Mein Plan ging also auf: ich war diesmal nicht allein und hatte Spaß😊. Ich habe sogar einen Deutschen, den ich in Popayán kennengelernt hatte, dort oben wieder gesehen und wir haben kurz gequatscht. Manchmal ist die Welt ein Dorf.

Am nächsten Morgen bin ich mal relativ spät aufgestanden und bin mit meiner deutschen Bettnachbarin durch Buenos Aires spaziert. Sie kannte sich aus und ich musste nur nebenher traben. Herrlich, ich liebe das ja wenn ich mal die Zügel abgeben kann😃. Wir sind ziemlich viel gelaufen und ich habe mein erstes Steak gegessen. Die Gegend um den Hafen in Puerto Madero hat mich des öfteren an Hamburg erinnert, einige Ecken an New York und Paris. Mir gefällt es hier (und es hat mir damals schon gefallen).

Tags drauf bin ich bis nach Hollywood spaziert und nachmittags habe ich mich wieder mit meiner Nachbarin zusammen getan.

Im Normalfall wäre ich noch länger in Buenos Aires geblieben aber Ende Februar komm ich mit meiner Freundin aus Hamburg nochmal her und werde auch hier meine große Reise beenden. Ich bin sehr froh dass ich für die letzten Wochen eine vertraute Begleitung haben werde denn ich weiß jetzt schon dass es mir schwer fallen wird wieder zurück zu kommen😥.

Doch noch hab ich ein paar Wochen Schonfrist und sollte die auch genießen anstatt mir jetzt schon so viele Gedanken über meine Zukunft zu machen. Ich werde meinem Herz folgen und meinen Weg gehen. Und das wird ein guter sein😉.

Brasilien / Recife

27. – 30.12.2019

Nachmittags kam ich im „Piratas da Praia Hostel Experience“ an. Eigentlich ein ganz gutes Hostel und recht sauber. Letztendlich gab es aber viel zu wenig Bäder (auf 16 Leute kam eins, zum Glück war es nicht ausgebucht🙈). Erstaunlich fand ich auch dass man hier scheinbar zu jeder Tages- und Nachtzeit einziehen kann. Als ich in der ersten Nacht die Augen aufmachte lagen plötzlich zwei neue Leute in meinem Zimmer. Ich habe wohl echt einen festen Schlaf, wie soll ich da eigentlich mitbekommen wenn mir jemand was klauen will (toitoitoi, noch ist mir nix weggekommen und wenn dann war ich auch immer selbst dran schuld). Auch morgens um 6 Uhr zog eine Neue in unser Zimmer ein. Sollte ich jemals ein Hostel aufmachen dann weiß ich aber ganz genau worauf man achten muss. Ich finde ja dass die Welt ein cooles Ü40 Hostel braucht -> Sponsor Wanted🤣.

Auch hier in Recife war ich ziemlich faul und hing gern in der Hängematte ab. Ich war auch mal am Strand aber nach einer Weile bin ich gelangweilt (ich hatte jetzt aber auch echt den Beach-Overkill😅). Vor allem sitzt man auf Klappstühlen und das ist auf Dauer auch nicht mega bequem (in der prallen Sonne ohne Schirm geht man nach kurzer Zeit ein). Zudem habe ich mich auch gar nicht ins Meer getraut, hier kommt es nämlich öfter mal zu Hai Angriffen. Dank der weißen Hai-Filmreihe bin ich seit meiner Teenager Zeit geprägt und träume sogar des öfteren davon😟.

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Am letzten Abend gab es Fisch zum Dinner und ich habe mir den letzten Caipirinha gegönnt. Ich bin reif für die Abreise…

Mein Fazit zu Brasilien: Dieses Land unterscheidet sich auf jeden Fall zu den anderen von mir bereisten Ländern in Südamerika. Es sieht anders aus, wirkt auf dem ersten Blick reicher und kommt bisher was das Essen angeht Europa am nächsten (São Paulo war auf meinem Brasilien-Trip das kulinarische Highlight, das liegt wohl an den vielen italienischen Einwanderern😋). Zumindestens in den Metropolen wie São Paulo und Rio de Janeiro kam ich in den Supermärkten auf meine Kosten und konnte endlich wieder guten Käse kaufen (das ließ aber in den anderen Städten extrem nach).

Mit Englisch kommt man nicht weit und man muss sich mit Händen und Füssen verständigen. Meistens verfalle ich ins Spanische, in der Hoffnung dass sie mich dann verstehen. Man sagt ja dass sich die beiden Sprachen ähneln. Wenn Portugiesisch gesprochen wird (in meinen Ohren keine schöne Sprache😃) kann ich keine Ähnlichkeit feststellen aber wenn ich es lese kann ich einiges verstehen.

Für mich war die Zeit in Brasilien nach 31 Tagen beendet. Das heißt aber nicht dass ich das Land für immer abgeschrieben habe. Irgendwie hat es nur dieses Mal mit uns nicht gepasst😉. Unter anderem Umständen ist Brasilien definitiv nochmal eine Reise für mich wert (dann inkl. Dschungel Aufenthalt). Das Land ist unfassbar groß und man muss einige Male fliegen wenn man viel sehen will.